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AG Advance Care Planning: Aufruf zur Gründung

Kategorie: Allgemein


Aufruf zur Mitarbeit in der neuen AG Advance Care Planning (ACP)

Advance Care Planning (ACP) hat in Deutschland in den letzten Jahren mehr Beachtung und Bedeutung bekommen. Primär soll ACP die Autonomie der Nutzenden umfassender ermöglichen und stärken, als dies allein mit Verfügungen ohne Gesprächsbegleitung möglich ist. Dabei gibt es Hinweise, dass ACP ein hilfreiches Angebot darstellt, welches in vielen Bereichen positive Auswirkungen entfalten kann. Neben grundlegenden Überlegungen, beispielsweise zur Bedeutung und zum Stellenwert von ACP im Spiegel des Selbstverständnisses unserer (westlichen) Medizinkonzeption, sind noch viele ethische, konzeptionelle, organisatorische und praktische Fragen ungeklärt.

Rechtlich ausgestaltet ist ein detailliert beschriebenes Beratungsangebot in stationären Einrichtungen durch den § 132g SGB V. Die ZEKO hat sich 2019 in einer Stellungnahme ACP gewidmet. Aktuell beobachten wir unterschiedliche Ansätze und Ausprägungen sowohl der Beratungskonzepte als auch der Weiterbildungen. Es gibt zudem unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze, um mehr Wissen über die Effektivität von ACP an sich, unterschiedlicher ACP-Konzeptionen im Speziellen (zB ACP in der Onkologie, ACP in der Palliativmedizin) und zur schwierigen Frage der Implementierungen zu gewinnen. Zudem ist kritisch zu hinterfragen, welche Limitierungen, sowohl in praktischer als auch in ethischer Hinsicht, ACP-Konzeptionen aufweisen.  

In der AG möchten wir uns den Konzeptionen von ACP in den unterschiedlichen Feldern des Gesundheitswesens widmen. Dabei soll es das Ziel der AG sein, offene Fragen zu ACP zu formulieren, praktische und organisatorische Erfahrungen zu bündeln und ggf. kondensiert zur Verfügung zu stellen, die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu unterstützen und ggf. selbst Beiträge zu offenen Fragen zu liefern.

Weitere Ziele der AG könnten sein, zur Erweiterung des ACP-Beratungsangebots in Deutschland beizutragen, eine Informationsplattform zu erstellen, das Problem der erforderlichen Ausweitung der Vergütung von ACP auf andere Bereiche des Gesundheitswesens zu und Überlegungen zu Fragen der Berufsethik von ACP-Gesprächsbegleiter*innen aufzugreifen und zu diskutieren. 

So sehen wir als wesentliche Aufgaben/Herausforderungen dieser AG:

  • einen Überblick über die verschiedenen Beratungskonzepte, Aus- und Weiter-bildungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen zu erstellen (und Infor-mationen diesbezüglich zugänglich zu machen)
  • Erarbeitung und Thematisierung der offenen Fragen, Hürden, Umsetzungs-probleme, Limitierungen von ACP Konzeptionen und ggf. Zusammenstellung von nationalen (und internationalen) Umsetzungskonzeptionen
  • Ethische Fragestellungen im Zusammenhang mit ACP zu bearbeiten, beispielsweise zum Verhältnis von ACP zum Konzept der patientenzentrierten Medizin und shared decision making
  • einen Beitrag zur berufsethischen Verankerung der ACP-Gesprächs-begleiter*innen zu leisten
  • Konzepte zur Evaluierung von ACP zu erarbeiten
  • aktuelle Forschung zu bündeln und ggf. voranzutreiben;
  • Publikationen in diesem Feld (Theorie und Praxis) zu unterstützen und anzustoßen.

Wir laden alle ACP-Interessierten und –Erfahrenen ein, Teil dieser interdisziplinären Arbeitsgruppe unter dem Dach der AEM zu werden, um damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Etablierung von ACP in Deutschland zu leisten.

Wir freuen uns über Ihre Mitarbeit!

Wir haben eine E-Mail Adresse für die zukünftige AG eingerichtet. Bitte melden Sie sich gerne unter:
Ag-aem(at)acp-gvp.de

Koordinator*innen der AG: